Reisetagebuch

Mein erstes Reisetagebuch und passend zu unserer 10. Kreuzfahrt, einer absoluten Traumreise über den großen Teich mit wunderschönen Destinationen

Tag Eins – Anreise nach Hamburg und Kiel

Es ist Donnerstag, der 21. August, 7 Uhr früh, und es geht los in Richtung Flughafen München. Nach erfolgreicher Parkplatzsuche im Parkhaus P7, das wir im Vorfeld reserviert hatten, schnappen wir unsere Koffer und gehen in Richtung Terminal 2, da uns die Lufthansa nach Hamburg bringt. Den Check-in hatten wir bereits zu Hause erledigt und unsere Bordkarten auf das Handy bekommen, sodass nur noch die Koffer abgegeben werden mussten. Hierfür gibt es im Terminal spezielle Schalter, an denen man das mit der digitalen Bordkarte problemlos erledigen kann. Die Sicherheitskontrolle im Terminal 2 findet mit hochmodernen 3D-Scannern statt. So machten wir uns auf den Weg zu unserem Gate, von wo uns ein Bus zu unserem Flugzeug brachte, einem Airbus A320-200. Nach kurzer Verzögerung von etwa 15 Minuten ging es dann los nach Hamburg, wo wir nach gut eineinhalb Stunden Flugzeit ankamen. Wie üblich bei solchen kleinen Flugzeugen sind immer drei plus drei Sitze nebeneinander. Wir hatten den Gang- und den Mittelsitz, den Fensterplatz belegte eine Frau, die in der Nähe von Hamburg lebt und auf den Philippinen geboren wurde. Eine sehr nette Person, mit der wir uns gut unterhalten haben.

Moin Hamburg, willkommen am Flughafen Helmut Schmidt und der für mich schönsten Stadt Deutschlands.

In Hamburg angekommen, stiegen wir über eine Gangway aus und machten uns zu den Gepäckbändern, um auf unsere Koffer zu warten, die auch ohne Probleme ankamen. Zu meiner Überraschung erhielt ich jedoch eine Mitteilung von der Lufthansa, dass mein Gepäck nicht ordnungsgemäß in das Flugzeug verladen wurde und mit der nächsten Maschine nachgeschickt wird. Anscheinend lag ein technischer Fehler vor. Nun gut, wir hatten unser Gepäck beisammen und folgten der Beschilderung zur S-Bahn im Untergrund mit dem Ziel Hamburg Hauptbahnhof und weiter mit der Regionalbahn nach Kiel. Im Zug nahm eine türkische Familie mit zwei Kindern Platz, und wir hatten wie so oft großen Spaß. Wir kamen gegen 15:30 Uhr in Kiel an und wollten zunächst ein Taxi zum Hotel nehmen, entschieden uns dann aber doch, den etwa 1,5 km langen Weg am Kai entlangzugehen. Unser Hotel, das Steigenberger Conti Hansa, befindet sich am Schlosspark in unmittelbarer Nähe zum Ostseekai, von wo aus unsere Mein Schiff ablegt. Im Hotel wurden wir freundlich empfangen, unser Zimmer lag im hinteren Gebäudeteil auf der vierten Etage mit Blickrichtung zum Ostseekai. Das Zimmer war sauber und gepflegt, wenn auch etwas älter vom Baujahr, aber wir fühlten uns wohl. Nach einer Verschnaufpause nach der langen Anreise machten wir uns noch auf die Suche nach einem Restaurant, wobei uns das Handynavi, wie heutzutage üblich, gute Dienste leistete. Vom Hotel aus gingen wir etwas in nördliche Richtung, vorbei an einem kleinen See, und fanden schließlich die ausgesuchte Lokalität. Ein kleines arabisches Restaurant mit Köstlichkeiten aus ihrer Heimat, und da wir die arabische Küche ohnehin gerne mögen und es bei uns zu Hause keine Möglichkeiten dafür gibt, war es für uns selbstverständlich, dort hinzugehen.

Auf dem Rückweg zum Hotel gingen wir durch die Altstadt von Kiel, durch die Fußgängerzone, vorbei an zahlreichen Lokalen, darunter auch das Kieler Brauhaus. Ich wollte einfach das regionale Bier probieren, angefangen mit einem Weißbier aus Flensburg und einem malzigen Bier aus Kiel. Beide waren sehr lecker. Während wir dort saßen, kam eine Familie aus Baden-Württemberg dazu, die ebenfalls die Mein Schiff gebucht hatte, jedoch nur die Kurzreise bis Hamburg. Wir unterhielten uns prächtig und hatten viel Spaß. Mal sehen, ob wir sie noch einmal treffen. Zurück im Hotel rief sofort das Bett, und wir hatten eine recht angenehme Nacht.

Tag Zwei – wir gehen an Bord der Mein Schiff 1, „Willkommen zuhause“

Zeitig früh morgens wurden wir von den Möwen geweckt und ich machte Ausschau, ob denn unsere Mein Schiff 1 schon im Hafen liegt. Und da war sie, zumindest sah man vom Hotelzimmer aus, den vorderen Teil mit der Brücke und das Heck des Schiffes mit der Laufstrecke. So war für uns klar, aufstehen, kultivieren und ab aufs Schiff und dank unserer im Vorfeld gebuchten Massage konnte wir auch gleich ab neun Uhr aufs Schiff. 

Kaum angekommen, trafen wir schon eine erste Bekannte, die Kellnerin Rose von der letzten Reise im April. Nach kurzem Überlegen erkannte sie uns wieder, und wir freuten uns über das Wiedersehen. Kurz darauf trafen wir einen weiteren uns bekannten Kellner von der letzten Reise; auch mit ihm war das Wiedersehen sehr herzlich. So genossen wir unser erstes Frühstück auf der Mein Schiff 1. Anschließend schlenderten wir durch das Schiff und entspannten etwas auf einer bequemen Sonnenliege. Im Anschluss gönnten wir uns im Ruhepol noch ein Getränk, bevor wir unsere bereits gebuchte ayurvedische Fußmassage genossen. Als ob zeitlich durchgetaktet, folgte die obligatorische Sicherheitseinweisung. Unsere Kabine war bereits bezugsfertig, und die Koffer standen auch schon bereit. Somit konnte es losgehen: auspacken, etwas ausruhen und dann das Auslaufen erleben – mit Nebelhorn und der Mein Schiff-Hymne „Die Große Freiheit“ vom Sänger Unheilig, ein wie immer gänsehautbereitendes Erlebnis. An diesem Tag fehlte nur noch ein leckeres Abendessen und ein paar Absacker an der Galerie Bar, wo wir hofften, auch wieder bekannte Gesichter zu treffen, was dann auch so war. Bevor wir jedoch an die Bar kamen, hatten wir noch unser bereits gebuchtes Entspannungs-Dotting, eine etwas andere Art der Malerei; das Ergebnis kann sich schon sehen lassen. Nach gut einer Stunde des entspannten Dottings setzten wir uns an die Bar, die gleich nebenan ist. Nach kurzer Zeit gesellten sich zwei junge Frauen zu uns an den Tisch, und es entwickelte sich ein sehr ausgedehntes Schwätzchen. Für die musikalische Untermalung war an diesem Abend ein Gesangsduo engagiert. Es war ein herrlicher Abend und ein gelungener Auftakt zu unserer Reise.

Tag Drei – Wir erreichen Kopenhagen, Dänemarks Hauptstadt

Schon im Vorfeld hatten wir uns einige Sehenswürdigkeiten ausgesucht, und so machten wir uns nach einem leckeren Frühstück im Restaurant Atlantik auf, Kopenhagen zu erkunden. Das Zentrum der Stadt liegt etwa zweieinhalb Kilometer vom Hafen Langelinie entfernt und ist gut zu Fuß erreichbar. Vorbei an einem Wohnviertel, alten Gebäuden, einem Deich und dem Yachthafen erreichten wir die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit Kopenhagens, die kleine Meerjungfrau. Man kann sich kaum vorstellen, welcher Menschenauflauf hier stattfindet. Gut, man muss sagen, neben unserer Mein Schiff 1 lagen noch drei weitere Kreuzfahrtschiffe im Hafen, und wenn man die Passagierzahl zusammenzählt, kommen da schnell mehr als 10.000 Menschen zusammen. Von der Meerjungfrau aus wanderten wir entlang des Kais weiter zur Sankt Albens Kirche, die von einem prunkvollen Springbrunnen gesäumt ist. Genau an diesem Tag fand auch ein Fest der Pfarrgemeinde statt, mit Essen, Trinken, Musik und Flohmarkt. Die Kirche konnten wir von innen besichtigen; die Ausgestaltung ist sehr schön, da sie einfach gehalten und mit Holz kombiniert ist. Von hier aus gingen wir weiter zum Schloss Amalienborg, einem Gebäudekomplex, der wie ein Sechseck angeordnet ist und unter anderem einen freien Blick auf die Frederiks Kirke bietet. Diese Hauptkirche von Kopenhagen ist ein Kuppelbau mit sehr schöner Ausgestaltung. Von dort schlenderten wir weiter zum Nyhavn, einer Straße, an der ein Haus an das andere gebaut ist, jedes in einer anderen Farbe gestrichen, und mittig verläuft ein Kanal. Auf dem Weg dorthin machten wir noch Halt in einem Geschäft mit handgemachten Pralinen. Die Besitzerin empfing uns sehr freundlich und bediente uns persönlich. Fast in jedem Gebäude befindet sich ein Lokal oder Restaurant, man kann hier keinesfalls verhungern oder verdursten. Wir waren im Nyhavn 33 und probierten das typische Smørrebrød, eine Platte mit drei unterschiedlich belegten Broten, dazu ein heimisches dänisches Bierchen. Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zurück zum Schiff, entlang des Kais, durch einen kleinen Park mit Wasserfall und an einem langgezogenen Gebäude vorbei, das als Brücke und Verbindung zur Langelinie dient. Hier sieht man einen ellenlangen quasi Tisch mit Sitzgelegenheiten, an dem vermutlich im Laufe des Jahres verschiedene Feste gefeiert werden. In Dänemark wird noch großer Wert auf das Gesellige und das Zusammenkommen gelegt. Zurück auf dem Schiff gönnten wir uns ein Eis und dann war erst einmal Entspannung angesagt. Am Abend, nach dem Essen, führte uns der Weg wieder in die Galerie Bar, wo wir erneut sehr nette Mitreisende kennenlernten und uns gut unterhielten. Anschließend, auf dem Weg zur Kabine, machten wir noch einen Abstecher in die Schau Bar, wo ebenfalls ein uns bekannter Kellner von der letzten Fahrt arbeiten sollte. Und tatsächlich, er war da: Arnell aus Indonesien erkannte uns sofort, und die Wiedersehensfreude war groß. Ebenfalls in der Schau Bar trafen wir die Familie aus Baden-Württemberg wieder, und wir saßen noch eine Weile zusammen und genossen die Zeit.

Tag Vier – Erster Seetag

Heute ist pure Entspannung angesagt. Nach einem guten Frühstück gingen wir zunächst zurück in die Kabine und man glaubt es kaum, wir haben zwei Stündchen geschlafen, bevor wir uns etwas zu essen organisierten. Anschließend war wieder Entspannung im Ruhepol angesagt, wo sich erneut ein nettes Gespräch ergab – Mutter und Sohn aus Untergriesbach. Für den Abend hatten wir uns verabredet, das Theater zu besuchen, eine ganz besondere Show mit Hits von ABBA. Die Künstler, zwei Frauen und zwei Männer, waren allesamt großartig. Nach dem Theater fand auf dem Pooldeck die übliche White Party statt, die wir jedoch nicht besuchten. Stattdessen machten wir es uns zu viert in der Galerie Bar gemütlich und hatten jede Menge Spaß, besonders mit zwei Kellnern – richtige Kracher. So ging der vierte Tag unserer Reise zu Ende und wir freuten uns auf eine erholsame Nacht.

Tag Fünf – Ankunft in Hamburg

Gegen 4:45 Uhr wurde ich wach, öffnete die Vorhänge und sah, dass wir in meinem geliebten Hamburg sind und alle Vorbereitungen zum Anlegen laufen. Unser Kapitän drehte das Schiff, sodass wir mit der Steuerbordseite am Kai der HafenCity anlegten. Wie wir erfuhren, war es die Premiere für die Mein Schiff, hier festzumachen. Die HafenCity mit der Elbphilharmonie und dem Hafen-Terminal bot zahlreiche Motive, die es galt festzuhalten. Besonders beeindruckend waren die Spiegelungen in den Fenstern der Gebäude. Wir legten uns noch einmal etwas hin, bevor wir wieder ins Restaurant Atlantik gingen, um ein leckeres Frühstück zu genießen. Gut gestärkt machten wir uns dann auf den Weg, die HafenCity zu erkunden. Das Schiff verließen wir über eine kleine, per Kran angebrachte Gangway. Der Ausgang war zunächst auf Deck 3, wurde aber aufgrund des Tidenhubs auf Deck 4 verlegt. Vom Hafenterminal gelangt man direkt in das Einkaufszentrum Westfield mit zahlreichen Geschäften, wie man sie von anderen Einkaufspassagen kennt. Von hier aus gelangt man direkt in die HafenCity, die ebenfalls Geschäfte, Büros, Wohnungen und eine Fußgängerzone umfasst, in der sich Alt- und Neubauten sehr schön miteinander verbinden. Unser Ziel war unter anderem eine Kaffeebohnen-Skulptur. Hamburg gilt ja als alte Hansestadt und durch die alten Kontorhäuser als die Kaffeestadt Deutschlands. Von der Bohne aus schlenderten wir weiter zu einem Aussichtspunkt, der einen herrlichen Blick auf die Elbphilharmonie, das Musicaltheater und den Hafen bietet. Von hier aus gelangten wir auf direktem Weg zurück zum Schiff, das wir nach einem kurzen Einkaufsbummel und natürlich durch die Sicherheitskontrollen wieder betraten. An Bord angekommen, ging es zum Tag und Nacht Bistro, um eine Kleinigkeit zu essen. Nach einer Stunde Verspätung liefen wir dann um 18:00 Uhr aus Hamburg aus, gesäumt von zahlreichen Menschen die uns von Land aus verabschiedeten mit Winken und „Gute Reise“ Rufen. Neben uns fuhren auch Hafenbarkassen und kleinere Boote, die uns aus dem Hafen geleitet haben. Bis weit über Hamburg hinaus säumten immer wieder Menschen das Elbufer um uns und unsere Mein Schiff 1 zu verabschieden, auf die große weite Fahrt nach Amerika. Es war eine sehr rührende Geste und man konnte sich durchaus hineinversetzen, wie es den Auswanderern seinerzeit ging. Den Tag ließen wir dann bei einem leckeren Essen im Tag und Nacht Bistro und anschließend bei einem Drink in der Galerie Bar ausklingen. Wie an den Tagen zuvor hatten wir an der Bar wieder eine Menge Spaß und lernten wieder nette Leute kennen.

Die Ausfahrt aus dem Hamburger Hafen

Tag Sechs – Zweiter Seetag

Der Tag begann recht entspannt, da wir erst gegen 10 Uhr aufstanden. Zum etwas späteren Frühstück gingen wir diesmal in die Backstube, da es dort ausnahmsweise freie Plätze gab. Viele Passagiere waren aufgrund der Uhrzeit bereits an Deck oder anderweitig auf dem Schiff unterwegs. So konnten wir unser Frühstück in Ruhe genießen. Anschließend gingen wir zur Rezeption, um unsere ESTA-Dokumente (Erklärung folgt) überprüfen zu lassen. Die Dokumente wurden auf Richtigkeit im Abgleich mit unseren Reisepässen kontrolliert und eingescannt. ESTA – was ist das? Für alle, die es nicht kennen: ESTA ist die Erlaubnis, in die USA einreisen zu dürfen. Das ESTA-Verfahren hat das sogenannte Touristenvisum abgelöst und erlaubt die Einreise und den Aufenthalt in den USA bis zu 90 Tagen. ESTA muss im Voraus beantragt werden, dabei werden zahlreiche Informationen abgefragt. Es kostet 21 US-Dollar und erst danach erfolgt die Genehmigung zur Einreise in die USA mit einer Gültigkeit von einem Jahr. Der Tag verlief weiterhin sehr entspannt, zunächst in unserem geliebten Ruhebereich mit einem Getränk und anschließend auf dem Balkon unserer Kabine. Das Wetter war schön: morgens und am Vormittag hatten wir viel Sonne auf dem Balkon, nachmittags wurde es bewölkt, aber die Temperaturen waren sehr angenehm und die See ruhig.

Tag Sieben – Bergen, Norwegen

Die alte Hansestadt Bergen hatten wir bereits im letzten Jahr auf unserer Norwegen-Kreuzfahrt auf dem Plan und waren damals schon begeistert. Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück, an der die deutsche Hanse nicht unbeteiligt ist. Die berühmten Kontorhäuser zeugen von jener Zeit, in der der Wohlstand in Bergen Einzug hielt. Vom Kreuzfahrthafen aus sind es gut 30 Minuten Fußmarsch durch Berg und Tal der Stadt. Durch malerische Gassen mit typisch norwegischen, farbenfrohen Holzhäusern gelangten wir zum alten Hafen. Dort zeigt sich die bekannte Silhouette der Kontorhäuser, des Schlosses und der beiden Hausberge Floyen und Ulriken. Wie bereits im letzten Jahr führte uns der Weg in und vorbei an den Markthallen mit frischem Fisch und Restaurants sowie einem Markt mit zahlreichen Ständen für die einfallenden Touristen. Angeboten wird hier unter anderem auch Walfleisch, das man jedoch aus ethischen Gründen nicht kaufen sollte. Wir schlenderten weiter entlang des Hafenkais und der Kontorhäuser bis zum Schloss, denn Bergen war früher auch Hauptstadt Norwegens. Die Schlossmauer ist von zahlreichen Kanonen aus der Vergangenheit gesäumt, und innerhalb der Mauern befindet sich außerdem ein Park. Am Ausgang zeigte sich ein weiteres Kreuzfahrtterminal, an dem zu diesem Zeitpunkt ein Schiff der AIDA-Flotte lag. Für unseren Rückweg wählten wir die Rückseite der Kontorhäuser, die ebenfalls sehr einladend ist – die Touristenmassen hingegen nicht, aber das gehört dazu. Wir kamen ebenfalls an der Floyenbahn vorbei, ebenfalls mit einer Traube an Menschen, die unbedingt den Berg erklimmen wollten, um einen der bekanntesten Ausblicke von oben auf die Stadt zu genießen. Wir hingegen gingen weiter in Richtung der Fußgängerzone. Auf dem Weg dorthin gönnte ich mir zunächst ein Eis und als kulinarischen Leckerbissen eine typische Fischsuppe und frisch zubereitetes Sushi. Auch typisch regionales Bier durfte nicht fehlen. Gut gestärkt ging es weiter in Richtung Schiff, durch die Fußgängerzone und zahlreiche Seitenstraßen, bis wir wieder an unserem Ausgangspunkt ankamen, unsere Kabine aufsuchten und erst einmal ein wenig entspannten. Meine Entspannung ging so weit, dass ich mich zu einer wohltuenden Massage aufmachte.

Tag Acht – Molde, Norwegen

Frühmorgens erreichten wir den zweiten norwegischen Hafen auf unserer Reise und legten in Molde an. Molde ist eine Kleinstadt mit rund 33.000 Einwohnern und wird von dem Romsdal-Gebirge gesäumt, einer herrlichen Bergkette entlang des Fjords. Der Anleger liegt direkt im Stadtzentrum, sodass eine der Sehenswürdigkeiten von Molde leicht zu Fuß zu erreichen war. Wir hatten uns im Vorfeld bereits einige interessante Ziele ausgesucht und machten uns auf Erkundungstour, zunächst in Richtung des Freilichtmuseums Romsdalmuseum, etwa 15 Gehminuten vom Schiff entfernt, wobei es steil bergauf ging. Mit Hilfe von Google Maps, aber dennoch zielsicher, erreichten wir schließlich unser Ziel und waren sofort angetan von den alten, typisch norwegischen Häusern, die aus Holz gebaut und pastellfarben gestrichen sind. Auch hier zeigt sich wieder die Fähigkeit der Norweger, Alt und Neu harmonisch in Einklang zu bringen. Neben dem Ausstellungsgelände wurde auch ein modernes Holzgebäude errichtet, das neben einem Shop und der Ticketkasse auch eine Ausstellung bietet. Wir beschränkten unseren Besuch jedoch auf das Freigelände mit zahlreichen Gebäuden; einige waren geöffnet, und einheimische Frauen in traditionellen Gewändern erklärten alles rund um die Geschichte und Bedeutung. Es wurden auch regionale Köstlichkeiten angeboten und selbstverständlich Souvenirs – unsere Magnetsammlung hat Zuwachs bekommen. Man kann nur staunen über den Einfallsreichtum der Norweger, wenn man bedenkt, in welcher Zeit diese Häuser entstanden sind. Viele kleine und große Details in, an und um die Gebäude zeigen dies, zum Beispiel anhand von Verzierungen oder praktischen Gegenständen und Einbauten. Die Entstehungsgeschichte reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Ein äußerst interessanter Besuch, zumal die Stadt Molde, wenn auch nur für kurze Zeit, Hauptstadt von Norwegen war. Vom Museum führt ein Pfad zu einem Pavillon, von dem man einen herrlichen Blick über Molde genießen kann. Wir schlenderten weiter zum Dom von Molde. Besonders ist zum einen, dass Turm und Kirchenschiff getrennt sind, und zum anderen die Ausgestaltung des Gotteshauses. Diese Schlichtheit hat uns zutiefst beeindruckt, und auch das Eingangsportal mit seinen Mosaiken ist etwas ganz Besonderes. Gleich daneben befindet sich das mit Rosen gesäumte Dach des Rathauses, ein wunderschöner Platz zum Verweilen, um sich an der Farbenpracht zu erfreuen und den Ausblick über die Promenade zu genießen. Wir machten uns dann langsam auf den Rückweg zum Schiff, da heute eine Ausweiskontrolle durchgeführt wurde, um unsere Ausreise aus dem Schengen-Raum zu legitimieren. Für den Rückweg wählten wir die Promenade mit zahlreichen Geschäften und Lokalen. Zurück auf dem Schiff und nach absolvierter Passkontrolle gönnten wir uns eine kleine Stärkung in der Außenalster, einer Bar mit Bistro am Heck des Schiffes. Und so neigte sich der siebte Tag unserer Reise dem Ende entgegen. Wir genossen die Ausfahrt aus dem Fjord auf dem Balkon unserer Kabine und stellten uns schon darauf ein, eine Stunde länger schlafen zu dürfen. Die Uhren wurden erstmals auf dieser Fahrt um eine Stunde zurückgestellt, weitere sollten folgen. Unser Ziel, die USA, liegen ja sechs Stunden zurück. Natürlich durfte ein Absacker an der Bar nicht fehlen.

Tag Neun – Dritter Seetag

Wir starteten unseren Tag sehr entspannt und ließen uns dabei reichlich Zeit, um in aller Ruhe frühstücken zu gehen. So fühlt sich Urlaub an – ohne jeglichen Zeitdruck oder festgelegten Plan. Nach dem Frühstück gingen wir zunächst zurück in unsere Kabine und genossen einfach die wohltuende Ruhe. Wie üblich setzte ich mich auf den Balkon, ließ meinen Blick über das endlose Meer schweifen und beobachtete die vorbeifliegenden Möwen und Basstölpel, die elegant durch die Luft glitten. Dieses stille Beobachten wirkt auf mich immer besonders beruhigend und schenkt mir ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit und innerer Ruhe. Am Abend rundeten wir den Tag dann mit einem leckeren und gesunden Essen im Restaurant „Ganz schön gesund“ ab. So ging dieser wunderschöne Tag völlig entspannt zu Ende.

Tag Zehn – Vierter Seetag

Der Tag begann diesmal auf eine etwas andere Weise als gewohnt: Auf dem obersten Deck des Schiffes fand ein zünftiger Frühschoppen mit einer Auswahl an bayerischen Schmankerln, kühlem Bier und stimmungsvoller Musik statt, die sofort für gute Laune sorgte. Natürlich konnten wir uns dieses besondere Erlebnis nicht entgehen lassen und mischten uns unter die vielen fröhlichen Gäste. Als quasi Frühstück entschied ich mich für eine klassische bayerische Kombination aus Weißwürsten, die mit süßem Senf serviert wurden, dazu eine frisch gebackene Breze; das Bier, obwohl verlockend, hoben wir uns für später auf. Den restlichen Tag verbrachten wir gemütlich in unserer Kabine, entspannten uns und genossen die ruhige Atmosphäre an Bord. Am Nachmittag gönnten wir uns einen köstlichen Eisbecher als kleine Belohnung, der wunderbar erfrischend war. Am Abend schließlich wurden wir im Restaurant Atlantik mit einem vorzüglichen 5-Gänge-Menü verwöhnt, das keine Wünsche offenließ. Den Tag ließen wir dann in aller Ruhe an der Bar ausklingen, allerdings hielten wir uns nicht allzu lange dort auf, da wir am nächsten Morgen früh aufstehen mussten, um pünktlich zu unserem gebuchten Ausflug zu erscheinen.

Tag Elf – Island

Die Nacht war für uns gegen 5:30 Uhr rum und nach dem Kultivieren verfolgten wir das Einlaufen und Anlegen im Hafen von Reykjavik. Das Frühstücksbuffet öffnete um 6:30 Uhr, wir waren überpünktlich und die Türen waren noch geschlossen, was wir noch nie zuvor erlebt hatten. Der Treffpunkt für unseren Ausflug war außerhalb des Terminals und fußläufig ca. 10 Minuten entfernt. Nachdem wir uns kurz orientiert hatten, fanden wir unseren Kleinbus für 19 Personen und unserem Fahrer mit Spitznamen „Dotti“. Dotti sprach sehr gut deutsch und wie sich herausstellt nicht von ungefähr. Dotti war bereits lange Jahre in Österreich als Hotelier und Skilehrer tätig. Nun pünktlich wie angesagt starteten wir zusammen mit 17 Mitpassagieren zu unserer wie sich letztlich zeigen sollte 9-stündigen Rundfahrt. Wir verließen das Hafengelände und Reykjavik in Richtung Südosten der Insel und waren sofort beeindruckt von der abwechslungsreichen Landschaft. Endlose Weiten, bedeckt mit isländischem Moos, mal hell mal dunkel, unzählige Vulkane verschiedenster Größe und Form, die alle noch aktiv sind. Man sieht Gletscher, Flüsse und Seen, es ist einfach herrlich anzuschauen und ganz besonders. Unser erstes Ziel was der Ort Hveragerdi, wo in einem kleinen Einkaufszentrum ein Infocenter über die Vulkanität und Plattentektonik. Durch das Gebäude verläuft der Graben zwischen der Eurasischen und der Nordamerikanischen Platte. Dem Besucher wird dieses mittels einer Glasplatte im Boden und einer Ausleuchtung, als würde Magma brodeln und fließen dargestellt. Weiter ging unsere Fahrt zu einem, ausnahmsweise erloschenen Vulkan, der natürlich zahlreiche Touristen anzieht. Der Kratersee und das Drumherum sind wirklich faszinierend anzuschauen, da man solche Natur ausschließlich aus den Medien kennt. Auch der Erdboden in dieser Region ist besonders, da er neben der Lava, dem Basaltgestein auch sehr viel Eisen enthält, was die rote Farbe zeigt. Nachdem wir den Kratersee einmal umrundet haben, bergauf und bergab ging es weiter in Richtung Westen zum Gullfoss Wasserfall. Mal abgesehen von den zich Touristen, ein absoluter WOW Effekt. Das Wasser stammt von einem Gletscher, durchfließt unter der Erdoberfläche eine Schicht Vulkanlava und reinigt sich so von selbst, so dass es tatsächlich Trinkwasserqualität erreicht. Der Gullfloss stürzt in zwei Stufen rund 32 Meter in die Tiefe und zeigt so, welche Naturgewalt Wasser in sich birgt. Beeindruckend und feucht zugleich, denn das abfallende Wasser löst natürlich einen Nieselregen aus und gepaart mit dem Wind, der auf Island zumeist herrscht, fühlt man sich wie unter einer Dusche. Ein schöner Nebeneffekt des Ganzen ist die Entstehung von Regenbögen. Auch das war ein absolutes Highlight. Wir setzten unsere Fahrt fort ins Gebiet mit den heißen Quellen und Geisiren, auch das ein absoluter Besuchermagnet und wie uns Dotti verriet, waren an diesem Tag außergewöhnlich viele Besucher hier. Geschuldet war dies auch dem herrlichen Wetter, das wir glücklicherweise auf Island den ganzen Tag hatten. Das weitläufige Gelände beherbergt mehrere Geisiere, von klein bis groß. Der Große zeigt noch sein Können im Abstand von einer Viertelstunde, der mittlere ist schon eingeschlafen und bei den kleinen plubbert es noch etwas. Ein Naturschauspiel höchster Güte. Wenn nur nicht immer so viele Touristen gleichzeitig an solchen Orten wären, dann könnte man das viel besser genießen und das erlebte richtig aufsaugen. Aber so ist es halt und man selber ist ja auch da, so dass andere das gleiche sagen könnten. Und so ging es weiter, zunächst zu einem Bauernhof mit u.a. Kühen und selbst hergestellter Eiscreme. Wir seilten uns stattdessen kurz ab und besuchten die Islandpferde des Bauern, die gerade auf der Weide grasten und einen so beruhigenden Anblick boten, um kurz innezuhalten. So herrliche Tiere in allen bekannten Farben und man merkte, dass es ihnen gut geht. Wir setzten die Fahrt mit Dotti am Steuer fort und er brachte um zum Ufer des Sees Laugarvatn, der ebenfalls von heißen Thermalquellen erwärmt wird und an dessen Ufer Brot gebacken wird. Hierzu wird ein etwa 50 cm tiefes Loch in die Erde gegraben, eine Schale mit Brotteig hineingelegt, mit der Erde verschlossen und wie ein Vulkan aufgeschichtet. Zudem werden kleine Steine als Markierung auf die Spitze gelegt, um zu signalisieren, da ist was drunter. Dotti hatte vorgeschnittenes Brot dabei und ließ es uns probieren. Man könnte sagen es schmeckt wie Malzbrot, etwas süßlich und saftig. Und so ging es weiter zur letzten Station, dem Dingvellir Nationalpark. Dieser Nationalpark liegt nördlich des gleichnamigen Sees und beeindruckt durch eine weitläufige, mit Bächen und Flüsschen durchzogene Landschaft. Aber die größte Attraktion ist die Felsspalte oder besser gesagt der Riss zwischen der Eurasischen und Nordamerikanischen Erdplatte, der sich jedes Jahr um gut 3 Zentimeter vergrößert. Es ist schon ein erhabenes Gefühl hier mit einem Schritt zwischen zwei sich bewegenden Erdplatten hin und her hüpfen zu können. Und was sich darunter abspielt, wenn das heiße Magma im Erdinnern diese Platten bewegt. Ja, Island ist äußerst beeindruckend. Dotti ließ uns an einem der vier Parkplätze aussteigen und wir wanderten dann durch die Landschaft am Fuß des Risses, eine Landschaft wie ein Auenpark mit Brücken und Flüsschen. Jetzt ging es bergauf zum Hauptplateau mit Besucherzentrum, wo uns Dotti wieder aufsammelte. Wir gingen sozusagen mittens durch den Riss die Anhöhe hinauf, gesäumt von beeindruckenden Gesteinsformationen. Oben angekommen, zeigte sich erneut ein wundervoller Rundumblick über die atemberaubende Landschaft Islands. Nun gings es zurück nach Reykjavik, wo uns Dotti abschließend zunächst zum Wahrzeichen der Stadt der Hallgrimskirche chauffierte und dann noch durch die Altstadt mit ihren Denkmälern, Parks und typisch isländischen Gebäuden. Dotti meine, um die Altstadt per Fuß zu besichtigen benötige man rund zweieinhalb Stunden. Ob dies stimmt, werden wir bei unserem nächsten Aufenthalt im nächsten Jahr sehen, aber vermutlich brauchen wir noch länger durch meine vielen Fotostops. Um Punkt 18 Uhr waren wir dann zurück am Schiff, eine halbe Stunde vor „Alle Mann an Bord“. Alles in allem ein toller Ausflug, wenn auch sehr lange, aber man hat einen ersten und besonders schönen Eindruck von Island bekommen. Den Ausflug hatten wir über Kria Tours bereits von zuhause gebucht und dafür 135 Euro pro Person bezahlt, was er auf jeden Fall wert ist. Es verlief alles reibungslos und wird können den Kira Tours mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Nach dieser Neunstündigen Tour brauchten wir erst einmal eine kurze Verschnaufpause, bis wir uns im „Ganz schön gesund“ ein leckeres Abendessen gönnten. Ich ging an die Bar auf einen Drink, es wurden aber wieder mehr, weil…..ich bin im Urlaub und man gönnt sich ja sonst nix. So ging dieser überaus schöne Tag mit ganz tollen Erlebnissen zu Ende, aber….Island, wir kommen wieder. Und das Beste kommt ja noch, kurz nachdem ich auf der Kabine war, hörten wir eine Durchsage, wobei wir diese nur teilweise verstanden haben. Am Ende hieß es vom Kreuzfahrtmanager „Genießen sie es“, ja was genießen um diese Uhrzeit. Und als ich in den Himmel hinausschaute, sah ich sie, Polarlichter. Ein dezent grünlich schimmernder Bogen erstreckte sich am Nordhimmel, einfach wundervoll.

Tag Zwölf – Fünfter Seetag

Mit einer weiteren, gewonnen Stunde machten wir uns auf zum Frühstück, mal wieder ins Atlantik Klassik zu unserer Lieblingskellnerin Rose. Auch unsere neue Bekanntschaft trafen wir und hielten gleich wieder ein Schwätzchen und trafen uns dann etwa eine Stunde später zu einem Spielchen, was wir am Tag zuvor bereits ausgemacht hatten. Nach mehreren Spielrunden kam der Hunger zurück und wir gönnten uns dieses Mal etwas im Fischmarkt, einem inklusive Bedienrestaurant. Anschließend machten wir es uns auf der Kabine gemütlich bei einem Schläfchen, Abendessen im Atlantik und ein Absacker in der Galerie Bar.

Tag Dreizehn – Sechster Seetag

Tja, leider haben wir heute Morgen etwas verschlafen. Ich wurde gegen 6:00 Uhr wach, und mein erster Blick ging wie üblich über das offene Meer, um zu sehen, was sich draußen in Sachen Wellengang tat. Heute war etwas mehr los, und das Schiff tanzte auf dem Ozean. Dennoch konnten wir den Tag wieder sehr genießen, trafen unsere neuen Freunde aus Franken und spielten wieder ein bisschen in der Ebbe und Flut Bar. Highlight des Tages war die außerplanmäßige Brotzeit mit den in Bergen gekauften Salamis. Ich hatte aus Neugier die Rentier- und Elchsalami gekauft, ohne zu bedenken, dass diese bei der Einreise nach Kanada bzw. in die USA deklariert werden müssen. Auf dem Zollformular hatten wir das natürlich wahrheitsgemäß angegeben, uns dann aber entschlossen, die Würste vorher zu essen. Ich muss sagen, beide haben mir sehr gut geschmeckt, dazu etwas Artisanbrot, und fertig war eine leckere Brotzeit. Am Nachmittag fand auf dem Schiff die traditionelle Atlantiktaufe statt. Auf dem Pooldeck gab es eine Veranstaltung mit Neptun und seinem Gefolge. Neben Musik und Tanz wurden auch verschiedene ganz spezielle „Köstlichkeiten“ für die Gäste dargeboten. Während unserer letztjährigen Norwegentour hatten wir ein ähnliches Spektakel im Rahmen unserer Polarkreisüberquerung erlebt, mitgemacht und ein Zertifikat erhalten. Dieses erhält man aber auch, wenn man nicht aktiv an der Veranstaltung teilgenommen hat. Wir gönnten uns stattdessen ein Eis an der Eisbar und machten es uns im Ruhebereich mit Kaffee gemütlich. Den Nachmittag ließen wir dann ganz entspannt in der Kabine ausklingen, bevor wir zum Abendessen ins „Ganz schön gesund“ gingen und ich anschließend wieder an die Bar.

Tag Vierzehn – Siebter Seetag

Ein neuer und anfangs typischer Tag auf dem Nordatlantik begann, es war ziemlich nebelig, windig und nasskalt. Auch der Wellengang war entsprechend. Im Laufe des Vormittags verzog sich jedoch der Nebel, die Sonne kam hervor, der Wind blieb aber. Dennoch stand einem Bad auf dem Sonnendeck nichts im Wege. Auch dem Wecker sei gedankt, dass wir den Tag mal etwas früher beginnen konnten. Ein Frühstück im Atlantik, in aller Ruhe und Gemütlichkeit, war ebenfalls möglich. Bei unserer Lieblingskellnerin Rose, die uns sogleich freundlich begrüßte, war auch ein Plätzchen frei. Den Vormittag wollte ich einfach mal in Ruhe auf Deck genießen, zunächst wanderten wir etwas über das Schiff. Als wir uns am Heck befanden, sah ich plötzlich in der Ferne eine Wasserfontäne, das konnte nur ein Wal sein. Handy gezückt und gewartet – ein- bis zweimal sahen wir die Fontäne erneut, leider aber nicht den Wal – es gehört einfach auch Glück dazu. Ich suchte mir dann eine Liege in der Sonne, meine Frau ging ins Theater, um dem Vortrag des Lektors zur Destination Sydney, die wir am 05. September erreichen sollten, zu lauschen. Anschließend trafen wir uns in der Kabine, um ein Schläfchen zu halten. Ich war plötzlich so müde, offenbar machte sich jetzt die Zeitverschiebung bemerkbar. Für den Nachmittag verabredeten wir uns wieder zu einem Spielchen und dachten, dieses auch mal mit Kaffee und Kuchen verbinden zu können. So trafen wir uns um vier Uhr im Anckelmannsplatz, wo wir bis gegen halb acht blieben und auch unser Abendessen dort genossen. Ich machte es dieses Mal wie zu Hause mit einer kleinen Brotzeit: zwei belegte Baguettes und einen kleinen Teller Salat. Später saßen wir noch etwas an der Bar, ich trank wie üblich meinen Aperol. Ausnahmeweise ging ich auch etwas früher, schon gegen halb elf, auf die Kabine. Auf dem Pooldeck fand die traditionelle White Party statt, viele Gäste hingegen verließen diese aufgrund der Witterung wieder. Es war nasskalt, nebelig und windig, das Nebelhorn tat in Abständen seinen Dienst.

Tag Fünfzehn – Achter Seetag

Machen wir es kurz: Frühstück gibt es um halb neun, danach folgt eine Phase der Ruhe und Entspannung. Auch der heutige Tag zeigt sich von seiner typischen Nordatlantik-Seite, was das Wetter angeht. Es ist neblig, trüb und dazu noch ein wenig nasskalt, was die Stimmung draußen ziemlich gedämpft erscheinen lässt. Im Vergleich zu gestern hat sich der Wind jedoch deutlich gelegt, und die See präsentiert sich jetzt relativ ruhig und sanft. Immer wieder ertönt das Nebenhorn des Schiffes mit seinem charakteristischen Tuten, das sich durch die neblige Luft zieht und eine ganz eigene Atmosphäre schafft.

Tag Sechzehn – Sydney, Nova Scotia (Neuschottland), Kanada

Wir kamen wie geplant um neun Uhr an und nach einem reichhaltigen Frühstück machten wir uns auf den Weg die Stadt zu erkunden. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite mit Sonnenschein und angenehmen, fast schon wieder zu warmen Temperaturen, nach den doch recht frischen Temperaturen während der See Tage. Nachdem wir das Hafengelände verlassen hatten, schlenderten wir den Boardwalk hinauf bis zum Sidney Sign., großen Buchstaben, die gerne von Touristen zum Fotostopp genutzt werden. Leider gab es kaum Gelegenheit ranzukommen, geschweige denn ein Foto ohne Menschen zu erhaschen. So gingen wir weiter durch die Straßen mit dem Ziel eines Stadtparks, den meine Frau entdeckt hatte. Auf dem Weg dahin kamen wir an einer Kirche vorbei, der United Heritage Church. Wir wollten sie unbedingt von innen sehen. Beim Betreten der Kirche wurden wir von einheimischen Frauen herzlich begrüßt, die ehrenamtlich Ihre Gemeinde repräsentieren und den Touristen gerne Auskunft geben. Die Ausgestaltung der Kirche ist sehr schlicht und dadurch auch sehr ansprechend und ideal zum innehalten. Wenn man Glück hat, so wie wir, wird man obendrein mit Klaviermusik berieselt, live und vorgetragen von einer der Damen. Ein sehr schönes Erlebnis. So machten wir uns weiter auf den Weg, vorbei an typisch kanadischen Häuschen, die die Straße bis hin zum besagten Park säumten. Zu viel an Park darf man allerdings nicht erwarten, er ist sehr übersichtlich mit Ententeichen, Grünflächen, einem Kinderspielplatz und einer überdachten Freibühne. Alles in allem dennoch ein sehr schönes Areal zum Verweilen und wohlfühlen mitten in der Stadt. Unser Weg führte uns weiter, wieder in Richtung des Hafens, durch typische Straßenzüge, wie man sie aus Kanada und Amerika kennt, Shopping, Tanken, Dining. Die Seitenstraßen hingegen bieten einen Einblick in die Ursprünglichkeit und Vergangenheit der Stadt. Sydney war lange eine Industriestadt in Sachen Bergbau und Kohle. Nach dem Krieg hat sich das jedoch geändert und Sydney hat sich neu und als Touristenstadt erfunden mit entsprechender Infrastruktur. Besonderer Tipp ist das Cape Breton Centre For Craft & Design ein Geschäft, in dem ausschließlich regional gefertigte Produkte angeboten werden. Von Holzwaren, über Keramik, Bilder, Schmuck, Tee bis hin zu Strickwaren und Souvenirs. Auch das Hafenterminal besticht mit zahlreichen Geschäften, aber auch Handwerkskunst, wie einem Schmied direkt an Anleger, der seine Künste darbietet. Zurück auf dem Schiff suchten wir unsere Kabine zum kurzen Verschnaufen und Frisch machen auf und gingen anschließend in die Außenalster, einer Bar mit Bistro am Heck auf Deck 14 des Schiffes. Hier gibt es leckere Würstl, Pommes, Salate und Antipasti. Ich habe mir Weißwürste und ein Weißbier gegönnt – lecker. Ich bin echt erstaunt über die guten Weißwürste auf dem Schiff, das hätte ich so nicht erwartet, wie zuhause beim Metzger. Nachdem wir gut gestärkt waren, führte uns der Weg noch hin zur Eisbar, drei Kugeln für meine Frau, einen After Eight Becher für mich und es dauerte nicht lange kamen unsere fränkischen Freunde vorbei, die uns sogleich zu einem Spielchen überredeten. 

Tag Siebzehn – Halifax, Neuschottland, Kanada

Während der Einfahrt hörte ich plötzlich ein Läuten, kurzerhand ging ich auf den Balkon und es waren Bojen, signalfarbig leuchtend verankerte Tonnen, die durch den Wind ein Glockenläuten von sich gaben. Eine sehr schöne Begrüßung wie ich finde. Das Wetter war um diese Zeit leider noch nicht so prickelnd, es war grau in grau, allerdings von der Temperatur angenehm, vielleicht sogar etwas zu schwül. Unsere Kabine bot einen herrlichen Ausblick auf die Gegenüberliegende Küstenseite und ein Eiland mit Leuchtturm. Während des Tages nahm der Bootsverkehr auf diesem Abschnitt immer mehr zu, Segelboote, Speed Boote, kleine Yachten und Ausflugsboote, ja sogar getakelte Ausflugsschiffe. Viele Ausflügler, vielleicht auch Vereine, verschiedene Gruppen waren auf den Schiffen und Booten unterwegs, mit lauter Musik, Gesang und Wink Gesten zu unserem Schiff. Es war sehr schön diese Lebensfreude zu erleben. Nach unserem Frühstück und dem Verlassen des Schiffes am Hafen Pier 22 gingen wir einfach los. Im Vorfeld hatten wir uns zwei Sehenswürdigkeiten über Google Maps rausgesucht, den Public Garden und die Citadelle von Halifax, letztere ließen wir jedoch ausfallen. Der Weg zum Park führte uns durch verschiedene Straßenzüge der Stadt, vorbei an alten Gebäuden, prächtigen Gebäuden, dem ältesten Friedhof der Stadt aus der Gründerzeit, Kirchen und Kathedralen und einer Einkaufsmeile. Der Haupteingang zum Public Parc besticht durch ein großes schmiedeeisernes Tor mit Verzierungen und Intarsien. Der Park ist etwas aufgeteilt und sehr schön angelegt, mit Ententeichen, runden und geschlungenen Blumenbeeten, einem Springbrunnen und einem Pavillon. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Gebäude aus dem Jahr 1847 im typischen Baustil, das genutzt wird als Besucherzentrum und Lokalität für kleine süße saure Speisen, kalte und warme Getränke. Ein klein bisschen gestärkt stellte sich nun die Frage Citadelle oder Schiff, Ergebnis – wir gehen langsam zurück zu Schiff. Das schwüle Wetter hat uns doch etwas angestrengt. Auf dem Rückweg, eine andere Route, um noch mehr zu sehen, schlenderten wir durch einen weiteren kleinen Park mit Springbrunnen und einer richtigen Baumallee, auf der gegenüberliegenden Seite eine Kirche für alle. Und wieder zahlreiche ältere, typische Gebäude aus der Gründerzeit, herrlich anzuschauen, Häuser fast wie in San Francisco. Bevor wir unser Schiff und Pier 22 ansteuerten, gingen wir noch einige Meter über den Boardwalk am Ufer, auch hier lässt es sich gut verweilen und die Aussicht genießen. Es finden sich auch ein paar Denkmäler, wie zum Beispiel für die Immigration/Auswanderung aus Europa nach Amerika. Entlang des Weges zum Anleger säumen wieder zahlreiche Geschäfte die Straße, Ausflugsbusse reihen sich auf und ein alter Bahnwagon der Canadian Railway ist hier ausgestellt. Ebenso findet sich eine Statue von Emanuel Cunard, Gründer der gleichnamigen Cunard Line, der Reederei, zu der auch die Titanic gehörte. Im Hafenterminal findet man zudem die üblichen Geschäfte mit Souvenirs und Mitbringsels. Den restlichen Nachmittag verbrachte ich auf dem Balkon unserer Kabine, mal dösend, mal die Aussicht genießend und beobachtete interessiert den Schiffsverkehr mit Seglern und natürlich den zuvor beschriebenen Ausflüglern. Am Abend änderte sich das Wetter dann schlagartig, man konnte verfolgen, wie Wolken in die Bucht einzogen, aber es blieb trocken. Um 19:30 Uhr liefen wir aus dem Hafen von Halifax mit der Mein Schiff Hymne aus, die Mein Schiff drehte um 180 Grad und es ging auf die letzte Etappe mit einem See Tag in Richtung Bayonne im US Bundesstaat New Jersey, dem Kreuzfahrthafen der Metropole New York, den wir am 08.09.2025 gegen 7:30 Uhr erreichen werden. 

Tag Achtzahn – Neunter Seetag

Der Tag begann für mich mit einer besonders wohltuenden und entspannenden Hot Stone Massage, die Körper und Geist gleichermaßen verwöhnte. Danach war der restliche Tag vor allem dadurch geprägt, dass ich einfach mal nichts tun und die Ruhe genießen konnte, was wirklich eine willkommene Erholung war. Am späten Nachmittag trafen wir dann unsere Bekannten zu einem letzten gemütlichen Spielchen im Anckelmann, wo wir nach dem Spiel gemeinsam noch unser Abendessen in entspannter Atmosphäre genossen und den Tag gemütlich ausklingen ließen.

Tag Neunzehn – Ankunft in Bayonne, New Jersey, Ausflug 1 New York City

Der Kapitän informierte uns bereits gestern, dass um halb fünf Uhr früh der Lotse an Bord geht und eine direkte Vorbeifahrt an der Freiheitsstatue geplant und angefragt sei, allerdings die Genehmigung von den Behörden noch aussteht. So stellten wir uns den Wecker, um dieses Ereignis bestaunen zu können. Das erste Highlight war die nächtliche Sicht auf Manhattans Skyline von Long Island aus und die Fahrt unter der Verrazzano-Narrows-Brücke hindurch. Wie in Halifax wurden wir von läutenden Seetonnen willkommen geheißen und unser Schiff glitt langsam dahin. New York kam immer näher, vorbei an Governor’s Island mit freier Sicht auf die Freiheitsstatue, dank der Genehmigung der Behörden, und Ellis Island. Es war ein atemberaubendes Erlebnis und ein berührender Moment, wenn man in der Geschichte die Zeit der Einwanderer zurückdenkt.

So steuerten wir unseren Liegeplatz im Hafen von Bayonne an, einer Industriestadt im Bundesstaat New Jersey. Hier treffen sich zwei US-Bundesstaaten, New Jersey und New York. Der Bundesstaat New York besteht aus fünf Bezirken, sogenannten Boroughs/Countys, von denen Manhattan der am stärksten besuchte und Brooklyn der einwohnermäßig größte ist. Bevor wir jedoch unsere Erkundung starten konnten – wir hatten uns einen Ausflug über das Schiff gebucht – stand die formelle Einreise, Immigration, auf dem Programm. Dazu hatten wir eine Zeit vorgegeben, zu der wir das Schiff verlassen durften. Es war kurz vor 10:30 Uhr, wir fuhren mit dem Aufzug auf das Ausgangsdeck und staunten nicht schlecht über die bereits vorhandene Schlange an Mitpassagieren. Wie es sich gehört, stellten wir uns an das Ende der Warteschlange und übten uns in Geduld, bis wir von Bord gehen konnten. Der Kreuzfahrtmanager machte immer mal wieder eine Durchsage über den Stand der Dinge, da plötzlich gar nichts mehr ging. Die US-Behörden hatten das Terminal wegen Überfüllung kurzzeitig geschlossen und nach gut einer Stunde die Tore wieder geöffnet. Im Terminal angekommen hieß es dann nochmal Schlangestehen, wobei hier getrennt nach individuellen und geplanten Ausflügen über das Schiff abgefertigt wurde. Mitarbeiter von TUI Cruises und der US-Behörden taten alles, um die Abwicklung so reibungslos wie möglich zu gestalten. Hier trafen wir auch unsere Freunde aus Franken wieder, die bereits eine Stunde vor uns in der wartenden Schlange standen. Nun war es so weit: Ein Beamter, typisch amerikanisch, wie man sich ihn vorstellt, kontrollierte und dokumentierte unsere Pässe samt ESTA, zusammen mit einem Foto und unseren Fingerabdrücken. Hier sei anzumerken, dass es nicht notwendig gewesen wäre, wenn wir innerhalb der letzten Jahre in die USA eingereist und diese Daten bereits abgegeben hätten.

Nun hatten wir die Kontrolle überstanden und machten uns auf zu unserem Ausflugsbus mit Ziel einer Stadtrundfahrt durch Manhattan und einer Bootsfahrt auf dem Hudson River. Mit unserem Reiseleiter Jeff und Fahrer Peet ging es los in Richtung New York City, vorbei an Industriegebieten auf dem Highway, so wie man es aus dem Fernsehen kennt. Die dicken „Ami-Schlitten“, die außergewöhnlichen Trucks und natürlich die Straßen an sich – eine völlig andere Welt. Man sah auch Wohngebiete und viel Grün, was man nicht unbedingt erwartet. Unser Weg nach Manhattan führte durch den Lincoln Tunnel, einen von zwei Tunneln, die unter dem Hudson gebaut wurden. Der Tunnel hat eine Länge von rund 1,5 Meilen (2,4 km), ist gut ausgeleuchtet und mit Fliesen ausgestattet. Eine Tunnelröhre bietet Platz für zwei Fahrspuren. Es gibt drei Tunnelröhren: North, Center und South. Am Ende der Röhre erhob sich schon die Skyline von Manhattan – unglaublich und beeindruckend. Man wird mit dem Staunen nicht fertig und mit Eindrücken überflutet. Peet steuerte uns zielsicher durch die Straßen Manhattans, vorbei an zahllosen Gebäuden und Plätzen, die man so nur aus dem Fernsehen kennt. Es war für uns ein besonderes Erlebnis. Auch die Mischung aus alten und neuen Gebäuden, die sich harmonisch einfügen, ist erstaunlich.

Unser erstes Ziel war der Times Square, wo wir anderthalb Stunden zur freien Verfügung hatten, um die nähere Umgebung zu erkunden. So schlenderten wir entlang, vorbei an den riesigen Leinwänden, Geschäften und an jeder Ecke einem oder mehreren Hotdog-Ständen. Natürlich konnte ich nicht widerstehen und gönnte mir einen originalen Hotdog mit Senf, Mayo und Ketchup, dazu eine Cola – und weg waren 16 Dollar. Vorher gab es einen kleinen Becher fertig geschnittenes Obst für 6 Dollar – ein kleiner Luxus. Vor dieser Stärkung hatten wir ein Erlebnis der anderen Art. Ich stand gerade an einem Souvenirstand für den obligatorischen Magneten, da schrie mir meine Frau zu: Mickey und Minnie Mouse überrumpelten sie zu einem Foto, und ich sollte natürlich auch mit drauf. Prompt zeigten sie mir einen Zettel mit der Aufschrift „Tipp für Trinkgeld“ und ein Bündel Dollarscheine, ein 20er obenauf. Ich, völlig überrumpelt, ließ mich darauf ein und gab ihnen 20 Dollar für vier Fotos sozusagen. Ich war noch immer perplex und ärgerte mich über mich selbst, aber kurz danach sahen wir, wie die drei dasselbe Spiel bei einem älteren Ehepaar vollzogen, die ihnen aber nichts dafür gaben. Meine Frau sprach zunächst das Ehepaar an und schnappte sich eine der drei Mäuse. Sie schaffte es tatsächlich, zumindest 10 Dollar wieder zurückzubekommen, allerdings mit Androhung der Polizei. So wanderten wir weiter auf den Straßen und gönnten uns eine Stärkung.

Nördlich unseres Treffpunkts nahmen wir eine Seitenstraße in Richtung Westen und staunten nicht schlecht über eine Traube von Menschen, die für irgendetwas anstanden. Die Menschenschlange zog sich um einen halben Block von etwa 200 Länge, und wie sich herausstellte, war gerade Fashion Week. Unsere Freizeit war fast rum, und so steuerten wir noch eine Bäckerei an, in der es den besten Käsekuchen New Yorks geben sollte. Zwei Stücke vom Original in einer Plastikbox machten 18 Dollar inklusive zwei Gabeln und neun Servietten – typisch amerikanisch halt. Aber lecker war der Kuchen, und es gab auch noch verschiedene Variationen.

Unser Bus stand schon bereit, die Fahrt fortzusetzen, und es ging weiter zum Pier 83, unserer Anlegestelle für die gebuchte Bootsfahrt auf dem Hudson River. Nach der Ankunft am Pier hatten wir noch etwas Zeit, so schlenderten wir über die Anlage. Der Hudson Park mit Springbrunnen in der Mitte und einem herrlichen Blick auf die Skyline und die Silver Towers mit unzähligen Wohnungen. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch ein Marinemuseum mit einem Flugzeugträger, einem weiteren Marineschiff und einer ausgemusterten Concorde der Air France. Nachdem unser Reiseführer die Tickets besorgt hatte, stiegen wir auf unser Ausflugsschiff, nichts ahnend, dass wir noch eine gute dreiviertel Stunde bis zur Abfahrt warten mussten. Zwischendurch machte der, wie ich vermute, Älteste an Bord immer mal wieder Durchsagen in Sachen Sicherheit und so weiter, vermutlich um das Warten etwas zu verkürzen. Nördlich von uns hatte ein anderes Kreuzfahrtschiff angelegt, von dort hörten wir lautstark Musik – es war wohl eine Party am Laufen. Dann ging es endlich, aber auch pünktlich los, und wir verließen den Anleger in Richtung Freiheitsstatue. Linkerhand die Skyline von Manhattan, vor uns die Freiheitsstatue und Ellis Island, dem ersten Ziel aller Einwanderer. Die Fahrt bot zahlreiche wunderschöne Fotomotive, wobei ein Foto bei weitem nicht die Eindrücke wiedergeben kann. Wir umrundeten die Freiheitsstatue und fuhren zurück in Richtung Anleger. Linkerhand wieder sehr beeindruckende Gebäude, alt und neu gemischt. Der Ausflug war auf alle Fälle lohnenswert.

Als wir zum Pier zurückkamen, stand unser Bus wieder bereit, und es ging zum Abschluss noch nach Downtown Manhattan zum One World Trade Center und der Gedenkstätte 9/11. In einer Seitenstraße stiegen wir aus dem Bus und gingen in der Gruppe gut fünf Minuten zu dem Memorial. Beeindruckend und ergreifend zugleich. Die beiden eingestürzten Twin Towers wurden durch jeweils ein Becken mit Wasserfall als Zeichen der Unendlichkeit nachgebildet, außerdem entstand ein Museum, in das Fundamente der Towers eingebunden wurden, und eine futuristische U-Bahn-Station. Wir hatten leider nur 15 Minuten Zeit, aber es lohnt sich, einen ausgedehnteren Aufenthalt zu planen, um alles in Ruhe und besinnlich auf sich wirken zu lassen. So ging ein wunderschöner Ausflug mit tollen Eindrücken und Erlebnissen zu Ende, und wir fuhren – dieses Mal durch den Holland Tunnel – zurück zum Schiff im Hafen von Bayonne, etwa eine dreiviertel Stunde Fahrt.

Nun stellte sich die Frage, wann wir unsere Koffer packen, denn am nächsten Tag sollte es ja nach Hause gehen. Ergebnis: Meine Frau packte gleich noch, ich erst am Tag unserer Abreise. So genossen wir noch ein leckeres letztes Abendessen im Restaurant Atlantik und trafen uns auf einen letzten Absacker mit unseren Freunden in der Galerie Bar. Gegen Mitternacht verabschiedeten wir uns sehr herzlich mit den besten Wünschen für die Heimreise und ihren weiteren Aufenthalt in New York. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen, es war eine sehr schöne Zeit.

Tag Zwanzig – Ausflug 2 in New York City und Rückflug nach München

Der letzte Tag unserer traumhaften Reise ist leider gekommen, und wir müssen die Heimreise antreten. Zuvor machen wir jedoch noch eine Entdeckungstour durch Manhattan und Brooklyn, mit einem Highlight: einem Spaziergang über die Brooklyn Bridge. Im Terminal ging alles schneller, da wir die Immigration mit ESTA bereits am Vortag erledigt hatten und so ohne weitere Kontrollen das Hafengelände verlassen konnten. Mit unserem Gepäck stiegen wir in den Bus und starteten unseren vorab gebuchten Ausflug zum Flughafen JFK, von wo unser Flug um 17:30 Uhr abhob.

Die Fahrt führte uns dieses Mal durch den Holland Tunnel nach Manhattan, Queens und Greenwich Village bis nach Brooklyn. Auch auf dieser Fahrt bestaunten wir die Gebäude und Straßenzüge der Stadt, die uns über die Williamsburg Bridge nach Brooklyn brachte. Erstes Ziel war der Brooklyn Bridge Park und Pier direkt neben der Brooklyn Bridge, wo sich einer der imposanten Pfeiler auftürmte. Nach einem kurzen Fotostopp wanderten wir in der Gruppe in Richtung Aufgang zur Brücke, mit einem Abstecher zu den Toiletten einer kleinen Mall, um vorbereitet zu sein. Auf der Brücke gibt es nämlich keine Toiletten, und der Fußmarsch dauert gut eine Stunde, inklusive Fotostopps.

Der Zugang zur Brücke erfolgt über eine Treppe, und oben angekommen eröffnet sich der Blick auf das beeindruckende Bauwerk aus dem späten 19. Jahrhundert. Unser Reiseleiter erzählte, dass die New Yorker anfangs sehr skeptisch bezüglich der Stabilität der Brücke waren, da sie als erste Hängebrücke aus Stahlseilen gebaut wurde. Doch die Zweifel verflogen schnell, und die Brooklyn Bridge wurde zu einer Hauptverkehrsader der Stadt, die die Stadtteile Brooklyn und Manhattan verbindet. Es war ein besonderes Gefühl, über diese berühmte Brücke zu spazieren und die herrlichen Panoramen zu genießen.

Wie zu erwarten, waren wir nicht die einzigen Touristen auf der Brücke – sie ist ein wahrer Magnet. Fotografiert wird an allen Ecken und mit allen möglichen Posen. Nach gut einer Stunde Fußmarsch erreichten wir Manhattan, wo unser Reiseleiter bereits auf uns wartete. Auf dem Vorplatz herrschte reges Treiben mit zahlreichen Hotdog- und Souvenirständen. Am Fuß der Brooklyn Bridge befindet sich unter anderem die City Hall, der Amtssitz des Bürgermeisters von New York, mit einer schönen Parkanlage – und das mitten in der Stadt.

In unmittelbarer Nähe stand unser Bus bereit für die letzte Etappe unseres Ausflugs: die Fahrt durch den Stadtteil Queens, der sich ganz anders als Manhattan präsentiert. Queens ist geprägt von Wohnvierteln und Industrie, alles normal hoch gebaut. Auch dieser Stadtteil hat seine Reize, die es zu entdecken gilt. Queens ist zudem ein idealer Ausgangspunkt für einen Besuch in Manhattan, mit zahlreichen Hotels und einer guten Anbindung an das U-Bahn-Netz von New York.

Am Flughafen JFK Terminal 1 angekommen, begaben wir uns zum Check-in, gaben unsere Koffer ab und passierten die Sicherheitskontrolle. Auf dem Weg zu unserem Gate gönnten wir uns noch eine Stärkung für den langen Flug: Ich genoss einen typischen Burger mit Budweiser, meine Frau eine typische Wurstpizza (mit Hackfleisch), Sprite und gemeinsam ein Stück New Yorker Cheesecake – alles zusammen für 81 Dollar. Das ist New York, aber es war lecker, und das ist die Hauptsache. Schließlich is(s)t man ja im Urlaub.

So hieß es dann Abschied nehmen von New York und einer wunderschönen Reise mit der Mein Schiff 1. Unser Rückflug mit einer Lufthansa A380 dauerte gerade mal sechseinhalb Stunden, doch das Gepäck kam sehr zögerlich. Gegen neun Uhr am Vormittag des 10.09. waren wir dann zuhause in Freyung, völlig erschöpft und k.o. vom Jetlag, der uns noch einige Tage beschäftigen sollte.

Tag Einundzwanzig – Ankunft in München und Heimfahrt nach Freyung

Unser Rückflug mit der Lufthansa A380 dauerte gerade mal sechseinhalb Stunden, doch das Gepäck kam sehr zögerlich. Gegen neun Uhr morgens am 10.09. waren wir dann zuhause in Freyung, völlig erschöpft und k.o. vom Jetlag, der uns noch einige Tage beschäftigen sollte. Als wir am Flughafen Franz-Josef-Strauß ankamen, machten wir uns auf den Weg zur Gepäckausgabe. Der A380 parkte am Terminal 2 an einem Gate mit Gangway ziemlich weit am Ende, sodass wir durch das ganze Terminal laufen mussten. Und wie so oft standen bereits viele Menschen vor dem Laufband und warteten ungeduldig auf ihre Koffer. Das Gepäckband am Münchner Flughafen ist recht kurz, sodass sich die Reisenden auch nicht weit verteilen können; manche würden sich wahrscheinlich gleich aufs Band legen. Nun gut, wir postierten uns etwas abseits der Menge und hielten von Weitem Ausschau nach unseren Koffern. Nach gut 30 Minuten war es dann soweit – Juhu, sie sind da. Unser Auto stand auch noch am gleichen Platz, wo wir es abgestellt hatten, Koffer verstaut und ab nach Hause. Nach gut zwei Stunden Fahrt waren wir dann endgültig zu Hause angekommen, und ein wunderschöner Urlaub, an den wir uns noch lange erinnern werden, ist zu Ende – und zugleich freuen wir uns auf den nächsten, spätestens zu den Pfingstferien im nächsten Jahr. Aber wie ich mich und uns kenne, fällt uns bis dahin noch etwas ein. Welt – wir kommen wieder!

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